SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Bildung durch Eltern-Kind-Gruppen

Orlowski: „Geld aus Kita-Investitionsprogramm für Eltern-Kind-Gruppen nutzen!“
Die Potsdamer SPD fordert Eltern-Kind-Gruppen in Potsdamer Kinderstätten. Darauf wies heute Dr. Manja Orlowski, Bildungsexpertin der Potsdamer SPD, anlässlich der gestrigen Kita-Veranstaltung im Alten Rathaus hin. Orlowski: „Wir müssen Eltern, Kinder und Pädagogen zusammenbringen. Das zahlt sich aus. Das bestätigen die Erfahrungen der finnischen Experten, die gestern eindrucksvoll über ihre Kitaarbeit berichteten.“

Die Arbeit der Potsdamer AWO mit ihrem Eltern-Kind-Zentrum am Stern oder der Potsdamer Betreuungshilfe in Waldstadt zeigen, „dass solche Angebote auf erhebliche Nachfrage treffen und wirksam sind.“ Geld stehe zur Verfügung. Orlowski: „Potsdam erhält in den nächsten sechs Jahren über 4 Millionen aus dem Kita-Investitionsprogramm des Bundes. Einen Teil davon werden wir nutzen, damit den Kitaträgern die notwendigen Räume für die Eltern-Kind-Gruppen zur Verfügung gestellt werden können.“

In den Gruppen erhalten Eltern und Kinder ein gemeinsames pädagogisches Angebot. Orlowski: „In den Gruppen treffen Eltern auf andere Eltern, Kinder finden gleichaltrige Spielgefährten und Spielanregungen. Sie werden von Fachkräften unterstützt und zeitweise angeleitet. Dadurch haben die Eltern auch die Möglichkeit zu Gesprächen mit erfahrenen Pädagogen.“

Die Zentren seien ein Beitrag, um Bildung und Lebenschancen zu verbessern. So würden Eltern mit Hochschulabschluss ihren Kindern bis zum Schuleintritt etwa 1.700 Stunden vorlesen, andere Eltern nur 25 Stunden. Orlowski: „Das schafft Chancenungleichheit, die wir durchbrechen müssen, denn durch Vorlesen entstehen später Lernerfolge. Dieses Ungleichgewicht muss sich zum Wohle der Kinder ändern – und zwar nachhaltig und unter Einbeziehung der Eltern.“

Es gehe aber auch um andere Arten von Bildungsförderung, beispielsweise Fingerspiele mit Puppen oder Turnen. Orlowski: „Viele Eltern machen das nicht, weil es ihnen nicht vertraut ist. Mit Eltern-Kind-Gruppen kann man sie erreichen, denn es ist ein niedrigschwelliges und spielerisches Angebot. Durch Apelle oder Kursangebote kommen wir nicht an die Eltern.“

An bestehenden Eltern-Kind-Zentren im Land Brandenburg werden weitere Beratungs- und Unterstützungsleistungen vermittelt oder direkt integriert. Manja Orlowski: „Das wollen wir auch in Potsdam. Wir werden uns dafür einsetzen, dass an bestimmten Tagen die Erziehungsberatung, der örtliche Kinderarzt, das Gesundheitsamt oder die Schuldnerberatung Sprechstunden im Zentrum anbieten“.