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Jann Jakobs zur Zukunft der Schwimmbadversorgung in Potsdam

Oberbürgermeister Jann JakobsDie Diskussion um die Zukunft der Schwimmbadversorgung in Potsdam kommt in eine entscheidende Phase. Am 7. Dezember werde ich den Stadtverordneten eine Mitteilungsvorlage über eine Untersuchung zu drei möglichen Varianten vorlegen. Variante 1 sieht die Sanierung der Schwimmhalle am Brauhausberg vor. Variante 2 schlägt den Neubau eines Familien- und Sportbades an der Biosphäre im Bornstedter Feld vor. Nach Variante 3 soll die Halle am Brauhausberg saniert werden und gleichzeitig ein kleines Kiezbad im Norden nach Vorbild der Halle am Stern entstehen. 

Nach den Berechnungen der Stadtwerke ist dabei Variante 3 am teuersten, da ein Bad saniert, eines gebaut und drei betrieben werden müssten. Variante 1 ist zwar von den Baukosten am günstigsten, bedarf aber trotzdem hoher städtischer Zuschüsse im laufenden Betrieb, da Angebote im Familienbereich fehlen und daher Einnahmen nicht realisiert werden können. Nur bei Variante 2, also dem Neubau eines Familien- und Sportbades an der Biosphäre, bleiben die Mehrkosten unter 1 Mio. € im Jahr. 

Ganz bewusst habe ich mich dafür entscheiden, noch keinen Beschluss herbeizuführen. Auch wenn die Variantenuntersuchung zeigt, dass der Neubau eines Familien- und Sportbades im Bornstedter Feld bei gleichzeitiger Außerbetriebnahme des Bades Am Brauhausberg die beste Variante ist, gibt es den Wunsch, über die Ziele, Bedarfe und Rahmenbedingungen der Schwimmbadversorgung zu diskutieren. Der Bürgerbeteiligungsprozess, den wir im Januar starten, soll offen sein. Wir geben kein Ergebnis vor. In einem Werkstattverfahren sollen alle Interessierten ihre Meinung, ihre Haltung und ihre Ideen einbringen können.

Wir wollen über die Anforderungen an die Badversorgung in unserer Stadt diskutieren. Bereits im letzten Jahr hatten sich Stadtverordneten Gedanken darüber gemacht. Schon damals war klar, dass es in Potsdam einen stetig steigenden Bedarf an Hallenwasserfläche gibt, der gedeckt werden muss. Wir brauchen eine wettkampffähige Sportschwimmhalle in entsprechender Größe sowie einen ordentlichen Familienbadebereich, der der „familienfreundlichsten Stadt“ Deutschlands gerecht wird. Wir wollen, dass der Bad-Betrieb nicht unterbrochen wird, was bei einer Sanierung der Schwimmhalle am Brauhausberg unvermeidlich wäre. Und wir wollen ein Bad, dass wenig Energie verbraucht, was nur bei einem Neubau vernünftig zu machen ist. Über diese Anforderungen soll nun im Beteiligungsverfahren mit allen Interessierten diskutiert werden: 

Sind diese Anforderungen ausreichend? Gibt es weitere Aspekte zu beachten? Welche Ideen gibt es sonst, diese Anforderungen umzusetzen? Gibt es also noch weitere Varianten? Es soll eine Grundlage dafür geschaffen werden, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst ihre Haltung zu dieser wichtigen Zukunftsfrage unserer Stadt äußern können. Dies soll durch eine Bürgerbefragung im März 2012 geschehen. 

Die Stadtverwaltung geht ohne Vorgaben in den Beteiligungsprozess, doch mit meiner Haltung, welche Variante am Ende die richtige ist, halte ich auch nicht hinter dem Berg. Meiner Auffassung nach erfüllt nur der Neubau des Familien- und Sportbades an der Biosphäre die Voraussetzungen, um den Bedarf in Potsdam zu decken. Nicht umsonst hatten sich die Stadtverordneten im letzten Jahr bereits für diese Variante entschieden. Die Argumente von damals haben sich nicht geändert.

Ich freue mich auf die Diskussion und hoffe, dass viele von Ihnen sich daran beteiligen.