SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Antworten der Bahnspitze zu Potsdamer Bahnanliegen enttäuschend

Foto: DBT/Julia Kummerow

Auf Initiative der SPD-Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein hat die Deutsche Bahn AG jetzt einen umfassenden Fragenkatalog zu brisanten Bahnthemen des Wahlkreises der Politikerin beantwortet. Darunter auch zu Potsdamer Bahnhöfen. Die Fragen waren gemeinsam mit der Potsdamer SPD gesammelt worden. Ziel war es, mehr Klarheit zu umstrittenen oder unklaren Bahninvestitionen und -planungen zu bekommen.

Für Andrea Wicklein reichen die Antworten nicht aus: "Die Bahnspitze hat leider bei vielen Fragen keine befriedigenden oder ausreichenden Antworten geliefert. Gerade beim Bahnhof Golm erwarte ich ein viel stärkeres Engagement - insbesondere bei der Entwicklung des Bahnhofes und des Bahnhofsgebäudes. Ich bleibe dran."

Nicht viel Neues lieferte die Bahn bei den Fragen zum Bahnhof Golm. Unter anderem wollten Andrea Wicklein und die Potsdamer SPD wissen, wie und bis wann eine dauerhafte Anbindung Golms auch über Spandau gewährleistet werden kann, wann mit einer Umbenennung in "Golm-Wissenschaftspark" zu rechnen ist und welche Sicherheitsmaßnahmen am Bahnsteig Golm unternommen werden, um die Fahrgäste vor vorbeifahrenden Güterverkehren zu schützen? Auch nach den mangelnden Informationssystemen der Bahn, dem ausstehenden Entwicklungskonzept für Bahnhof und Bahnhofsgebäude sowie den ungenügenden Lärmschutzmaßnahmen wurde gefragt.

Aus den Antworten der Bahnspitze geht nun hervor, dass die Bahn derzeit keine direkte Verbindung Berlin-Spandau-Golm plant, sondern weiter den Umstieg in Wustermark als Regellösung bevorzugt. 

In der Frage einer Umbenennung des Bahnhofes in "Golm-Wissenschaftspark" verweist die Bahn lediglich auf das "Regelwerk der DB AG zu Stationsbezeichnungen", in dem die maximale Anzahl der Buchstaben festgelegt sei. Eine entsprechende Bestellung durch die Stadt Potsdam würde der Bahn nicht vorliegen. Andrea Wicklein dazu: "Diese Aussage reicht mir nicht aus. Eine klare Antwort der Bahn, ob eine Umbenennung möglich ist, fehlt."

Zum Stand der Sicherheit am Bahnhof Golm informiert die Bahnspitze die Bundestagsabgeordnete über das Ergebnis einer Risikobewertung, wonach "der Zustand der baulichen Anlagen dem gültigen Regelwerk entspricht und die Warntafeln auch gut sichtbar angebracht sind."

Auch die Fahrgastinformationen über Ankünfte und Abfahrten in sogenannten Info-Vitrinen werden von der Bahnspitze als ausreichend angesehen. Eine Vermarktung des Grundstücks und ehemaligen Bahnhofgebäudes sei noch nicht erfolgt.

Selbst bei der ungenügenden Sicherheitslage am Bahnhof Marquardt sieht die Bahn derzeit keinen Handlungsbedarf. Andrea Wicklein und die örtliche SPD hatten kritisiert, dass viele Schüler aus Potsdam, die die Neue Grundschule Marquardt besuchen, ihre Fahrräder über den sogenannten "Galgen" tragen und deshalb eine Spurrinne zum besseren Schieben der Fahrräder angeregt. Nach Auskunft der Bahnspitze würde allerdings eine solche Führungsrinne für Räder die erforderliche Durchgangsbreite "in unzulässigem Maße" einschränken.

Zur Reaktivierung des Bahnhofs Pirschheide teilte die Bahn mit, dass die Kosten für den Neubau von zwei Bahnsteigen an der jetzigen Infrastruktur und neuen Zugängen mit ca. 2 Mio. EUR veranschlagt würden und eine Bestellung dieser neuen Anlagen durch das Land Brandenburg zu veranlassen sei.

Immerhin wurde durch die Bahnspitze nun nochmals bestätigt, dass die Ausstattung des Bahnhofs Charlottenhof mit Aufzügen bis Ende 2013 vorgesehen ist. Ursprünglich sollte diese Investition erst nach dem Jahr 2016 erfolgen, konnte aber wegen des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms vorgezogen werden.