SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Till Meyer: "Es geht nicht um das Mercure"

Foto: Photoatelier Pfeil, Potsdam

Angesichts der heutigen Hauptausschusssitzung hat sich die SPD erneut für die Kunsthalle ausgesprochen. Wert legt der Stadtverordnete Till Meyer, Mitglied des Kulturausschusses und selbst ehemaliger Kunst-Student, jedoch auf einen bestimmten Akzent in der laufenden Debatte: „Gute wie schlechte Architektur gab es in Ost wie West. Aber Städte verändern sich. Wenn man in einem neuen Jahrhundert die Chance erhält, etwas Sinnvolleres, Schöneres und einen öffentlichen Ort anstelle eines die Gemüter bisher wenig bewegenden Zweckbaus neu bauen zu können, dann sollte man das tun. Egal ob in Passau oder Potsdam. Zumal dieser Schritt nicht mit Nachteilen verbunden ist, beispielsweise zu Lasten der Weißen Flotte oder der Hotelbeschäftigten ginge.“

Im Gegenteil. Anstelle des heutigen Hotel entstehen mit dem Palais Barberini und einem weiteren Hotel in der Speicherstadt gleich zwei neue Arbeitgeber. Und auch die Weiße Flotte profitiert, wenn ein Besuchermagnet die Menschen an den Havelhof lockt. Das entscheidende Argument für die Kunsthalle ist jedoch die weitere Profilierung Potdams als Stadt der Kunst und Kultur, der Kreativität und Inspiration. Till Meyer: „Eine moderne Kunsthalle ist ein Baustein in Potsdams Zukunft als Stadt der Kultur und Wissenschaft. Ein kultureller Nährboden ist in der Wissensgesellschaft die Voraussetzung für Innovationen, für gesellschaftlichen Fortschritt und wirtschaftliche Prosperität.“ Die Dimension der Entscheidung für die künftige Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert müsse gesehen werden. „Deswegen ist auch die im Zuge der Plattner-Veranstaltung auf dem Alten Markt vereinzelt geäußerte Kritik an der DDR in der Rhetorik des Kalten Kriegs unangebracht. Das ist eine rückw rtsgewandte Debatte!“

Till Meyer plädiert für Weitblick: „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir dieses großzügige Geschenk von Hasso Plattner nicht annehmen würden. Eine Stadt wie Florenz ist durch Mäzene und deren Museen zu dem geworden, was es heute ist. Ein Mekka der Kunst und Kultur, eine Perle unter Europas Städten. Potsdam darf jetzt nicht stolpern, sondern muss springen!“ Meyer begrüßt, dass mit Mattheuer, Tübke und Heisig ostdeutsche Kunst aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu sehen sein wird. Meyer: „Wie gesagt, für mich ist das keine Ost-West-Debatte, sondern eine Frage der Stadtentwicklung mit oder ohne Kraft, Ausstrahlung und Weitblick.“