SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Beschluss des SPD-Unterbezirksvorstandes: Hochschulen besser finanzieren, juristische Fakultäten erhalten!

Der SPD-Unterbezirksvorstand hat in seiner letzten Sitzung folgenden Beschluss gefasst: Die SPD Potsdam stellt positiv fest, dass der Bericht der Hochschulstrukturkommission (HSK) sich mit ihrer Forderung nach einer besseren Finanzierung der Brandenburger Hochschulen deckt. Die Empfehlungen, die der Bericht speziell zu einzelnen Hochschulen macht, teilt sie jedoch nicht ausschließlich.

Die Potsdamer Hochschulen betreffend stellt sie fest: 

Universität Potsdam

  • Die Untersuchung der Universität Potsdam scheint weite Teile der Hochschule außen vor gelassen zu haben. Ein Bericht, der die gesamte Brandenburger Hochschullandschaft nach 20 Jahren Bestehen beurteilen soll, muss auch ihre wesentlichen Teile beurteilen. Das Fehlen von Fakultäten mit tausenden Studierenden wirkt hier nicht schlüssig.
  • Die SPD Potsdam lehnt die Verlagerung der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam ab. Es ist nicht konsequent, zahlreiche juristische Nebenfächer und auch neue juristische Bachelor und Masterstudiengänge anzubieten und das klassische Juristische Studium außen vor zu lassen. Ausgangspunkt für weitergehende Forschung und Lehre ist immer das Vorhandensein des Grundangebots. Darüber hinaus hat die juristische Fakultät Potsdam die höchste Zahl von AbsolventInnen je ProfessorIn in ganz Ostdeutschland. Die AbsolventInnen erreichen die zweitbesten Abschlüsse in der Region Berlin-Brandenburg. Der zentrale Punkt ist jedoch, dass bei einem derartigen Manöver der ersatzlose Verlust von 2000 Studienplätzen zu erwarten ist und gleichzeitig keinerlei Einsparungen erreicht werden. Die Prognos Fachkräftestudie Studie von 2009 im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg hat gezeigt, dass der Fachkräftebedarf im Bereich Recht nur schwer zu decken ist. Die SPD Potsdam fordert daher den Erhalt einer vollwertigen Juristischen Fakultät in Potsdam, unterstützt aber auch eine Stärkung des Standorts Frankfurt (Oder). Hierzu sind entsprechende Professuren durch das Land zu finanzieren. Die weitere Profilierung der beiden Fakultäten wird unterstützt.
  • Aus den Erwägungen zum Juristischen Studium wird auch eine mögliche Einstellung des grundständigen Informatikstudiums bei gleichzeitigem fachübergreifendem Ausbau kritisch gesehen. Zudem müssten für verschiedenste Mischstudiengänge komplett neue Masterstudiengänge konzipiert werden, da eine Zulassung mit „Bindestrich“-Informatik für bisherige Masterstudiengänge nach bisherigem Zulassungsmodell problematisch ist.
  • Die SPD Potsdam lehnt die Verlagerung des Deutsch-Französischen Studienganges der Rechtswissenschaften ab. Der Studiengang stellt ein Erfolgsmodell dar. Er ist Ausdruck Deutsch-Französischer Verständigung und darf nicht so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Eine derart tiefe Kooperation zwischen zwei Hochschulen ist keine einseitige Entscheidung und entsteht nicht in kurzer Zeit. Die einseitige Entscheidung zur Verlagerung kommt einer Aufkündigung der Kooperation gleich.
  • Die SPD Potsdam spricht sich für die Gründung einer Fakultät oder fakultätsähnlichen Einrichtung für Jüdische Studien und Religionswissenschaften an der Universität Potsdam aus. Die entsprechenden Beschlüsse des Landtages Brandenburg sind umzusetzen und die entsprechende Finanzierung muss durch das Land bereitgestellt werden. Die einzigartige Chance jüdische Forschung, Lehre und Kultur in Potsdam in einer Europaweit einzigartigen Fakultät zu bündeln muss genutzt werden. Die liberale und konservative Rabbinerausbildung komplettiert mit der Ausbildung in Berlin die Spannweite jüdischer Theologie. Für die SPD Potsdam steht fest, dass der HSK Bericht in diesem Teil schon vor entsprechenden Beschlüssen fertiggestellt worden sein muss.
  • Die Verlagerung von Teilen der Technischen Hochschule Wildau nach Potsdam sieht die SPD Potsdam kritisch. Es bedarf den verschiedenen Qualifikationen entsprechend verschiedene Studien- und Weiterbildungsangebote. Die Auslastung der TH Wildau sowie die Nachfrage nach deren AbsolventInnen zeigt deren Erfolg. Zwanzig Jahre nach Gründung ist es also an der Zeit, deren Gründungsauftrag der Realität anzupassen und nicht umgekehrt. Die in gleicher Weise vorgeschlagene Einstellung von Angeboten, die auch an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin vorhanden sind, lehnt die SPD Potsdam ab. Brandenburg kann und darf seine Landeskinder nicht durch Angebotsverknappung vom Studium in der Region Berlin-Brandenburg ausschließen.

Fachhochschule Potsdam
Die SPD Potsdam begrüßt die positive Bewertung der Fachhochschule Potsdam. Gerade die Unterstützung der Studierenden und des wissenschaftlichen Personals der FHP bei Lösung von Problemen und Fragestellungen auf kommunaler Ebene zeigt deren wichtige Kompetenzen für die Stadt Potsdam und die Metropolregion Berlin insgesamt.

Hochschule für Film und Fernsehen (HFF)
Die HFF, ihre MitarbeiterInnen und Studierenden, leisten mit ihrer hervorragenden Arbeit einen großen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung des Medienstandorts Potsdam. Die SPD Potsdam unterstützt daher die Bestrebungen der HFF Konrad Wolf sich zu einer Universität weiterzuentwickeln sowie die dafür nötige stärkere Kooperation zwischen den hiesigen Hochschulen.