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Otto Wiesner – eine deutsche Biographie mit Licht und Schatten

Die SPD-Fraktion begrüßt die nun erfolgte Klärung des Streitfalls Otto Wiesner, nach dem in Potsdam auf Wunsch von "Linken" und "Die Andere" eine Straße oder ein Platz benannt werden sollte. Ein von der Stadtverwaltung beauftragtes wissenschaftliches Gutachten kommt zu dem Schluss, dass von einer Namensgebung abzuraten sei.

Umstritten war die Ehrung von Otto Wiesner von Beginn an. Viele junge Potsdamer hatten Otto Wiesner in den Schulen noch als hochbetagten, liebenswerten und lebendigen Streiter gegen Krieg und Faschismus erlebt. Helmut Przybilski, Sachkundiger Einwohner für die SPD im Kulturausschuss, hatte jedoch mit eindringlichen Worten an die 50er Jahre in Potsdam erinnert und an die Rolle von Otto Wiesner in dieser Zeit.

Kulturausschussmitglied Till Meyer hatte sich daraufhin dafür stark gemacht, eine neutrale und wissenschaftliche Beteiligung durch Dritte zu ermöglichen und ein Gutachten einzuholen.

In dem Gutachten, dass heute im Kulturausschuss auf der Tagesordnung steht, schreibt Historikerin Elke Kimmel, dass der ehemalige KZ-Häftling, NS-Widerstandskämpfer und Schriftsteller Wiesner in den 1950er Jahren in der DDR "nachweislich die Existenz und das Leben von Menschen mit abweichenden politischen Überzeugungen gefährdet" habe. In einigen Fällen wies Kimmel nach, dass Otto Wiesner konkret Menschen denunziert hatte.

"Otto Wiesner ist das Beispiel einer deutschen Biographie des 20. Jahrhunderts, bei der Opfer- und Täterrolle sich miteinander vermischen. Eine Ehrung mit einem Straßennamen empfinden wir deshalb nicht als angemessen", so Till Meyer.