SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Aus der Stadtverordnetenversammlung:

Friedhofsgasse bleibt

Es war ein Streit, der nicht leicht fiel: Soll die altehrwürdige Friedhofsgasse in Ludwig-Levy-straße umbenannt werden? Ja, sagte die Stadtverwaltung und folgte damit dem Wunsch der Pro Potsdam, die dort eine Seniorenwohnanlage bauen wird. Nein, sagte die SPD-Fraktion nach harter Diskussion. Das fiel schwer, denn Ludwig Levy zu ehren ist ur-sozialdemokratisches Anliegen: Ludwig Levy, geboren 1883, war Potsdamer, Anwalt, SPD-Mitglied und Stadtverordneter. 1933 wurde er mit Berufsverbot belegt. Nach Haft in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen konnte er Deutschland 1938 noch verlassen, emigrierte nach Palästina, nach dem zweiten Weltkrieg nach Australien und starb 1966 in Sydney.

Potsdamer Stadtgeschichte gegen Ludwig Levy? Ein unwürdiger Konflikt, fanden die sozialdemokratischen Stadtverordneten und viele, auch ältere, Potsdamer Bürger. Die Stadtverordnetenversammlung folgte dieser Sicht mit deutlicher Mehrheit.

Änderungsantrag zur Drucksache 13/SVV/0055 Umbenennung der Friedhofsgasse in "Ludwig-Levy-Strasse":
Die SVV möge beschließen:
Eine prominente Straße im Bebauungsareal Brauhausberg soll den Namen "Ludwig Levy" erhalten. Die Friedhofsgasse behält ihren Namen.

Begründung:
Der traditionelle Name Friedhofsgasse entlang der Friedhofsmauer bliebe erhalten und Ludwig Levy würde angemessen und prominent mit einem Straßennamen geehrt werden.

Der Straßenname "Friedhofsgasse" ist einer der ältesten Potsdams. Eine "anlassorientierte" Umbenennung - aufgrund eines Investitionsobjektes von der Pro Potsdam beantragt - ist von vielen, auch und gerade älteren Potsdamerinnen und Potsdamern, kritisch hinterfragt worden. Die Verknüpfung dieser geplanten Straßenumbenennung mit der Person Ludwig Levy entzündet einen unwürdigen Konflikt: Ehrung verfolgter Demokraten gegen Stadthistorie.

"Gutes Votum" PNN-Kommentar vom 07.03.2013