SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Bauland statt Wald am Stern

Zum Thema Wald zu Bauland erklärt Thomas Bachmann, SPD-Stadtverordneter für den Stern:

Der Bauunternehmer Wolfhard Kirsch hat als Stadtverordneter Mietbegrenzungen in Potsdam immer konsequent bekämpft. Er stimmte im Stadtparlament sowohl gegen die Einführung von Mietobergrenzen als auch gegen die Beteiligung von Privatinvestoren bei der Schaffung sozialer Infrastruktur und wehrte sich heftig gegen die Einführung einer Mietpreisbremse.

Seit vergangenem Sonntag verspricht er den Bürgern eine freiwillige Selbstbeschränkung auf 9 € Kaltmiete für sein neues Bauprojekt am Stern. „Das ist vollkommen unglaubwürdig!“, findet der SPD-Stadtverordnete Thomas Bachmann. „Herr Kirsch macht mit populistischen Aussagen Wahlkampf auf dem Rücken der Potsdamer. Hier an einen plötzlichen Sinneswandel zu glauben ist naiv.“ In Wahrheit bietet er bereits heute die Zweiraumwohnung dort für 185.000 € zum Kauf an, wie auf der Internetseite seines Unternehmens nachzulesen ist. Seine persönliche Auffassung von sozialer Verantwortung hat der Investor in der Vergangenheit bei der Diskussion um die Schaffung des geplanten Uferwegs am Griebnitzsee unter Beweis gestellt. Als einer der ersten ließ er sein Grundstück für die Öffentlichkeit sperren und prozessierte gegen die öffentliche Nutzung des Weges.

Bemerkenswert ist, dass die Potsdamer LINKE das allem Anschein nach vergessen hat. Hans-Jürgen Scharfenberg wird nicht müde, die Immobilienspekulation als soziale Wohltat zu loben und Herrn Kirsch zu hofieren. Ausgerechnet den Investor, den er bisher wegen seine Mietenpolitik in Babelsberg stets kritisiert hat. In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Mittwoch führte diese neu entstandene Männerfreundschaft zu einem Novum in der Potsdamer Stadtplanung: Ohne Not änderten die Stadtverordneten mit den Stimmen fast aller LINKEN (zwei LINKE-Stadtverordnete stimmten aber dagegen), der FDP, der CDU und des Bürgerbündnisses den Flächennutzungsplan der Stadt, um Kirsch die Abholzung von 2,4 ha Wald an der Parforce-Heide zu ermöglichen. An dieser Stelle sollen künftig die geplanten „Billigwohnungen“ entstehen. Mit der Entscheidung des Stadtparlaments ging ein geschätzter Wertzuwachs des betreffenden Grundstücks in Höhe von 2,5 Mio. € einher: Wald gekauft, Bauland bekommen. Mit sattem Gewinn, den allein der Investor einsteckt.