SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Flüchtlinge in Potsdam

Mit Sozialbeigeordneter Elona Müller-Preinesberger und AWO-Potsdam-Chefin Angela Basekow haben die Potsdamer SPD-Mitglieder gestern Abend im Regine Hildebrandt Haus über die Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung in Potsdam diskutiert.

"Eine zentrale Koordinierung von Spenden und Hilfsangebote als Service für Potsdamer und Flüchtlinge gleichermaßen, und eine aktive Information der Bürgerinnen und Bürger, gerade bei neuen Standorten", nennt Unterbezirksvorsitzender Mike Schubert zwei wichtige Wünsche aus der Diskussion. Fragen und Hilfsangebote zugleich bestimmen die Diskussion in Stadt, auch gestern Abend. im Regine Hildebrandt Haus. Macht es leichter, zu helfen, brachte es ein Genosse auf den Punkt. Bislang koordiniert jeder der vier Träger der Flüchtlingsunterkünfte selbst, welche Spenden er gern annimmt und was er sucht: Manche per website, manche per Telefon, andere persönlich. Ein gemeinsamer Onlinedienst könnte manches erleichtern.

Für die David Gilly Straße im Bornstedter Feld, wo neben einer Kita jetzt Platz für 50 Flüchtlinge geschaffen werden soll, soll "zeitnah" eine Vor-Ort-Information stattfinden. Zügig nach der Stadtverordnetenversammlung sollen gemeinsam mit Schule, Kita und besorgten Eltern alle Fragen besprochen werden. Geplant hat die Stadtverwaltung dafür jetzt Donnerstag, den 12.02.2015.

Mit ca. 600 Hilfesuchenden rechnet Müller-Preinesberger im laufenden Jahr. Potsdamer Anspruch sei nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern Integration. Dazu gehören u.a. das Angebot eines Deutschkurses für jeden Flüchtling, der nach Potsdam kommt, erste Willkommensklassen für junge Flüchtlinge zum Beispiel am OSZ, und eine breite Verteilung über die Stadt. "Wenn Flüchtlinge direkte Nachbarn werden, und nicht in riesigen Extra-Heimen leben, werden Berührungsängste und Hemmschwellen bei den Potsdamerinnen und Potsdamern schneller abgebaut", so Müller-Preinesberger. AWO-Chefin Angela Basekow ergänzte, dass aus ihrer Sicht das Ideal wäre, dass Flüchtlinge spätestens nach einem Jahr aus Gemeinschaftsunterkünften in eigene, kleine Wohnungen gehen können. Dieser Wechsel von "Lagerleben" zurück zur Individualität sei wichtig. Die AWO betreibt eine Flüchtlingsunterkunft am Lerchensteig, die sukzessive von 50 auf 200 Plätze wächst. Beide Frauen berichteten von vielen Fragen aus der Bevölkerung und von großer Hilfsbereitschaft: Ehrenamtliche Hilfe, Sachspenden, Sprachunterricht werden angeboten.

"Ein Vergleich zum Schluss: in Fürstenwalde, Oder-Spreee, ca. 30.000 Einwohner, leben schon jetzt 700 Flüchtlinge. Die Landeshauptstadt sollte es gut schaffen, 600 Flüchtlinge aufzunehmen und tolerantes Zuhause auf Zeit werden", sagt Mike Schubert.