SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Verkehr Zeppelinstraße: Viele Fragen, wenig Fakten bislang

SPD-Forderungen: Vorrang ÖPNV im Straßenverkehr, mehr Züge morgens und abends, kein Prinzip Hoffnung

Die SPD-Stadtfraktion hat sich gestern auch mit den Ideen der CDU zu einem Innenstadtring mit Einer-Richtung-Verkehr beschäftigt. "Die Reaktionen waren eher zurückhaltend. Es ist zu befürchten, dass dieser Vorschlag zu noch längeren Autofahrten und damit mit mehr Schadstoffen führt", sagt SPD Fraktionsvorsitzender Mike Schubert.

In der Diskussion um die zukünftige Verkehrsinfrastruktur in Potsdam setzt die SPD weiterhin auf Vernunft. "Ich bin froh, dass wir die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen simulieren lassen, bevor die Stadt Fakten schafft in der Zeppelinstraße. Das ist der einzig vernünftige Weg. Denn je mehr wir diskutieren, desto deutlicher wird, dass alle mehr Fragen als Antworten haben bislang", so Schubert."Ohne die Simulation der Verkehrsströme bleibt es eine Gefühlsdiskussion zwischen Anhängern von Rad und Auto", ergänzt Kai Weber, Stadtverordneter aus Potsdam-West und Mitglied im VIP-Aufsichtsrat.

Die SPD favorisiert auch weiterhin die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Je attraktiver Bus und Bahn werden, desto eher gelingt eine Verringerung des Autoverkehrs. Die SPD steht deshalb zu einem Konzept aus ihren bereits bekannten Vorschlägen Regiobahn ins Umland, Verstärkung von Taktzeiten bei Bus und Bahn und Ideen wie ÖPNV-Spuren und einer besseren Abstimmung der Fahrpläne. "Wir müssen auch über die Finanzierung der Instrumente reden, sonst bleibt es bei der Lösung der Verkehrsprobleme in Potsdam bei Lippenbekenntnissen", so Weber.

Kurzfristig drängt die SPD auf die Umsetzung ihrer bisherigen Vorschläge. Deshalb wird die Stadt noch einmal beauftragt, Kosten und Rahmenbedingungen für eine Taktverkürzung des Schienenverkehrs auf der Strecke des RE 1 vorzulegen. "Das wollten wir schon vor einem Jahr wissen. Die Antwort wirkte bisher nicht so, als wollte man sich in der Verkehrsverwaltung ernsthaft mit der Thematik beschäftigen. Deshalb fassen wir jetzt nach", so Schubert.

Gerade wegen der aktuell laufenden Beratungen zur Zeppelinstraße müssen alle Fragen ernst genommen werden - Verdrängungsverkehre, freie Fahrt für Busse und Bahnen, die mangelnden Resultate des Tempo 30 in der Großbeerenstraße was den Feinstaub betrifft, und die Chancen des Schienenverkehrs. Radverkehr allein wird Potsdams Verkehrsprobleme nicht lösen. "Alle Fakten müssen auf den Tisch, bevor Baumaßnahmen begonnen werden", betont Schubert abschließend.