SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

David Kolesnyk zu den Äußerungen des Generaldirektors der Stiftung Preußische Schlösser

Akzeptanz schafft man nicht aus dem Elfenbeinturm heraus

Mit der aktuellen Radikalhaltung sorgt Herr Dorgerloh dafür, dass größer werdende Teile der Bevölkerung Potsdams den Welterbestatus und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) nicht als Bereicherung, sondern als Belastung ansehen. Was passiert, wenn das überhandnimmt, zeigt das Beispiel Dresden, wo es den Bürgerinnen und Bürgern am Ende überwiegend egal war, Welterbestadt zu sein oder nicht.

Potsdam ist sich seines Status als Welterbestadt bewusst. Wesentliche Teile davon verwaltet und bewahrt die SPSG. Die Artikulation ihrer entsprechenden Meinungen und Interessen ist wichtig und gut. Ein Angriff auf Stadtverwaltung, Stadtpolitik und die Potsdamerinnen und Potsdamer, wie er der PNN zu entnehmen ist, aber einfach nur unangebracht.

Der Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung insgesamt und die Stadtverordneten sind nicht nur für die Bewahrung des Welterbes verantwortlich, sondern müssen bei ihren Entscheidungen verschiedene Interessen abwägen. Es entspringt der Natur der Sache, dass hierbei eben nicht 100% SPSG rauskommt. Andere Interessen können und müssen mitunter stärker gewichtet werden. Auch im Konkreten sei gesagt: Das genannte Beispiel zwischen Nutheschnellstraße und Wohngebiet Zentrum Ost geht fehl, da hier eben über Jahre eine weitergehende Ausweisung von Bauland bestand, als es nun angedacht ist.

Der Vorwurf an die Stadtverordneten, sich nicht für mehr finanzielle Mittel von Bund und Ländern für den Erhalt der Schlösser einzusetzen, entbehrt jeder Grundlage. Herr Dorgerloh hat in diesem Punkt sicher die Unterstützung der ganzen Stadtverordnetenversammlung. Es verwundert auch, da die SPSG zuletzt selbst immer wieder versuchte die finanzielle Verantwortlichkeit von Bund, Berlin und Brandenburg für die Pflege der Parks auf die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger abzuwälzen, in dem ein Parkeintritt angedroht wurde.

In der Vergangenheit befand man sich im Dialog. So einigte man sich im Rahmen von Gesprächen zu Bürgerbeiräten für die Parks der SPSG darauf, als Start für mehr Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern bezüglich der Entwicklung einzelner Parks verschiedene Gruppen und Menschen aus und um den Park Babelsberg zusammen an einen Tisch zu bringen und sich zu Problemen und Wünschen auszutauschen. Eine Einladung hierzu durch die Stiftung erfolgte bis lang allerdings nicht. Es wäre eine gute Möglichkeit z.B. das Thema Badeflächen auch mit Nutzerinnen und Nutzern zu besprechen und mehr Rücksichtnahme für die Erhaltung des Parkes zu erreichen.

Zur Frage, inwieweit neue Bauvorhaben, das Welterbe strapazieren, sei zuletzt gesagt, dass diese derzeit durchaus unter den Möglichkeiten der Bebauungspläne bleiben. Nach der schon geschehenen Gewichtung im Rahmen der B-Planaufstellung wird also noch einmal das Interesse des Welterbes berücksichtigt. In der Darstellung derart zu überziehen, ist nicht angebracht.