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In Potsdam zu Hause.

PNN zum Schulz-Effekt in Potsdam

Martin Schulz - © Sabine Engels

PNN vom 07.02.2017
"Der Schulz-Effekt kommt auch in Potsdam an" von Marco Zschiek

Der Schulz-Effekt kommt auch in Potsdam an
Eine Prognose zur Bundestagswahl sieht die SPD in Potsdam wieder vor der CDU. Potsdamer Sozialdemokraten freuen sich über neue Mitglieder. Landesweit liegt aber die CDU vorne.

Potsdam - Zwei Wochen nach der Ausrufung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten ist die SPD auch in Potsdam im Aufwind. Im Bundestagswahlkreis 61, zu dem neben der Stadt Potsdam auch Gebiete von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming gehören, liegen die Sozialdemokraten vorn. So geht es jedenfalls aus einer Prognose der Plattform election.de hervor. Diese sieht - anders als bei der vorangegangenen Erhebung im November 2016, als die CDU noch vorn lag - nun einen Vorsprung für die SPD.

Die Wahlkreisprognose berücksichtigt neben aktuellen Umfragen auch langfristige Trends. Zahlen nennt election.de nicht. Stattdessen teilt es die 299 deutschen Wahlkreis in drei Kategorien ein: Vorsprung für eine Partei, Sieg für eine Partei wahrscheinlich und Sieg für eine Partei sicher. Ein Vorsprung ist also die niedrigste Kategorie. Sehr deutlich führt die SPD in Potsdam also nicht.

SPD-Direktkandidatin Schüle ist zuversichtlich
Bei den Sozialdemokraten sorgt die Prognose dennoch für Zuversicht. Die Potsdamer SPD-Direktkandidatin Manja Schüle nennt es sogar einen klaren Vorsprung. Sie sieht neben dem sogenannten Schulz-Effekt "vor allem ein Erwachen der Demokraten, unsere Werte in Brandenburg, aber auch in Deutschland zu verteidigen". Der Trend für die Rückeroberung des Wahlkreises für die SPD zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei. "Nicht mit Angst, wie ihn die AfD propagiert, sondern mit Optimismus und Zuversicht wollen wir die Herausforderung der Zeit in diesem Wahlkampf annehmen", so SPD-Bildungsexpertin Schüle. Nicht nur in den Umfragen, sondern auch bei den Mitgliederzahlen konnten die Sozialdemokraten jüngst zulegen. Allein der Stadtverband Potsdam verzeichnete seit der Bekanntgabe der Schulz-Kandidatur 21 neue Parteimitglieder. Insgesamt sind es nun 815, sagte Potsdams SPD-Parteivorsitzende Ulrike Häfner.

Bei der letzten Bundestagswahl im September 2013 hatte die SPD den Wahlkreis erstmals an die CDU-Kandidatin Katherina Reiche verloren. Diese gab ihr Mandat jedoch im September 2015 auf, um Geschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen zu werden. An ihrer Stelle tritt mit der Ex-Landesvorsitzenden Saskia Ludwig eine Kritikerin der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel an. Die 48-Jährige Ludwig ist in der Union umstritten, auch weil sie schon mal einen direkten Konkurrenten von der AfD beglückwünscht. Mit den Worten "Endlich ein richtiger Mann im Wettbewerb um WK61" hat sie über das Netzwerk Twitter die Kandidatur des 37-jährigen AfD- Mannes René Springer kommentiert.

Direktkandidat Norbert Müller (Linke) hat sicheren Landes-Listenplatz
Für die Linke bewirbt sich der Bundestagsabgeordnete Norbert Müller um das Direktmandat in Potsdam. Der wegen seiner Fahrdienstnutzung im Bundestag kritisierte Potsdamer Linke-Abgeordnete ist auch Vizechef des Linke-Landesverbandes. Um den Einzug in den Bundestag muss er sich nicht sehr sorgen. Seine Partei hat ihn auf dem sicheren vierten Platz der Landesliste nominiert. Seine Konkurrentinnen Schüle und Ludwig müssen sich da mehr strecken: Sie sind nicht über solche Listenplätze abgesichert. Bei der SPD wird erst im Mai über die Listenplätze entschieden.

Brandenburgweit liegt die CDU vorne
Auch im Nachbarwahlkreis 60, zu dem neben Potsdam-Mittelmark auch die Stadt Brandenburg/Havel gehört, sieht election.de die SPD vorn. Dort tritt nach dem Rückzug von Außenminister Frank-Walter Steinmeier wegen seiner Kandidatur als Bundespräsident für die Sozialdemokraten Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg gegen die langjährige Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann, an. Brandenburgweit hat die CDU derzeit die Nase vorn. Von zehn Wahlkreisen sieht election.de in sechs die Christdemokraten im Vorteil. Die SPD hat in drei Wahlkreisen einen Vorsprung, die Linke in einem. Allerdings sieht es fast überall knapp aus.