SPD POTSDAM
In Potsdam zu Hause.

Neu dabei: Sabine Hering

Seit der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat treten viele Menschen in die SPD ein. Doch was bewegt all diese Menschen, gerade jetzt den Weg in die sozialdemokratische Partei zu finden? Die Vorsitzende der SPD Potsdam, Ulrike Häfner, sprach darüber mit unserem Neumitglied Sabine Hering.

 

Warum bist Du gerade jetzt in die SPD eingetreten?

Das hat zwei Gründe. Erstens finde ich das ständige Jammern über Trump und die anderen Unheilstifter unproduktiv. Jammern nutzt nichts - man muss selbst aktiv werden, wenn sich daran etwas ändern soll.Zweitens finde ich Martin Schulz einen guter Mann und einen geeigneten Kanzlerkandidaten. Deshalb mochte ich ihn gerne unterstützen. Es wäre gut, wenn wieder so eine Initiative wie damals die "Willy-Wählen" Kampagne für Willy Brandt zustande käme. Ich bin überzeugt, dass sich unter den alten wie den neuen SPD-Mitgliedern genug Künstler und andere Promis finden lassen, die so eine Initiative starten könnten.

 

Wie kommt es, dass Du jetzt erst den Weg in eine Partei gewählt hast?

Ich gehöre zu den 68ern, die aus vielen Gründen eine gewisse Distanz zu Parteien im Allgemeinen, aber auch zur SPD hatten. Da kam ein Parteibeitritt gar nicht in Frage. Aber die Zeiten haben sich geändert. Ich bin der jetzt der Meinung, dass sich die Dinge, die mir wichtig sind, mit der SPD am besten umsetzen lassen.Was sind die Dinge, die Dir wichtig sind?Es gibt viele Wünsche, die noch offen sind. Aber ich persönlich würde mich gerne in den Bereichen engagieren, in denen ich aufgrund meiner langen beruflichen Laufbahn umfassende Erfahrungen sammeln konnte: die Sozialpolitik und die Wissenschaftspolitik.

 

Was wären Deine wichtigsten Anliegen in diesen beiden Bereichen?

Die eine Baustelle heißt Bologna. Da muss was passieren. Der eigentlich gute Gedanke wurde im Rahmen des deutschen Hochschulsystems in eine Form gebracht, die alles lähmt und eine allgemeine Unzufriedenheit ausgelöst hat. Deshalb muss diese Reform dringend reformiert werden.Die andere Baustelle heißt Agentur für Arbeit bzw. Jobcenter. Dort, wo es eigentlich um soziale Hilfen gehen soll, wird inzwischen fast nur noch auf der Basis von Verwaltungsgrundsätzen entschieden. Das ist ein Umgang mit Menschen, den man nicht hinnehmen kann.

 

Was hältst Du von Martin Schulz und was erwartest Du von ihm?

Ich bin ein Mensch, der große Teile seines Lebens in Bibliotheken zugebracht hat. Deshalb finde ich es wunderbar, einen Buchhändler an der Spitze der Partei zu haben. Ganz im Ernst: es freut mich, dass Martin Schulz den Willen und die Fähigkeit hat, die SPD selbstbewusst und stark zu machen - und als selbstbewusst und starke Partei in die nächste Regierung zu gehen.

Zur Person: Sabine Hering, Jahrgang 1947, Professorin an der Universität Siegen i.R., lebt seit 2012 in Potsdam.

 

Für alle, die Lust bekommen haben, auch mitzumachen: eintreten.spd.de