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In Potsdam zu Hause.

Merkel, Influencer und die Werbung

Die Teenager von heute haben kein Festnetztelefon, sehen kaum noch Fernsehen in einem herkömmlichen Fernseher und ihre Nachrichten beziehen sie von Youtube und weniger aus der guten alten gedruckten Zeitung. Youtube ist ein Medium, über das sich immer mehr vor allem junge Menschen informieren. Der Trend zu diesem Kanal ist so stark, dass sogar die Bundeskanzlerin im Wahlkampf nicht um einen Auftritt bei You-Tubestars  wie Mr. Wissen2go, ItsColeslaw, Alexi Bexi und Ischtar Isik herum kam.

Über den Erkenntnisgewinn des Auftrittes kann man sich streiten. Die Kanzlerin erreichte durch ihren Auftritt jedenfalls viele Menschen, die sie sonst nicht erreicht hätte. Legendär wie das Neuland-Zitat der Kanzlerin über das Internet dürfte die Merkel-Frage werden: „Was machen eigentlich Influencer?“.

Influencer sind Menschen, die im Internet Einfluß haben, weil ihnen viele Menschen auf Facebook, Twitter oder youtube folgen. Einige von ihnen benutzen ihre Reichweite für politische Botschaften, andere lassen uns an den Banalitäten ihrer Teenagerzeit teil haben und andere machen Werbung und werden damit sehr reich.

Eine der bekanntesten deutschen Influencerinnen ist Bianca Heinicke alias Bibi. Ihre Kosmetik-Tipps werden schnell mal von hunderttausenden gesehen. Entsprechend spannend ist das natürlich für alle Werbetreibenden.

Damit alle Zuschauer von youtube in Zukunft wissen, wann sie unterhalten werden und wann ihnen etwas verkauft wird, ist meine Kollegin Tina Fischer aus der SPD-Landtagsfraktion aktiv geworden. Wir wollen, dass künftig kommerzielle Werbung auch online deutlich markiert wird. Das dient auch dem Schutz der manchmal noch sehr jungen Zuschauer von Bibi und Co.  

Dazu wird die SPD-Fraktion bei der nächsten Beratung des Landtages Brandenburg einen Antrag einbringen, der für bessere Kennzeichnung und Kontrolle der Produktplatzierungen sorgen wird. Eine entsprechende Behörde gibt es mit der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg schon, diese wird auch heute schon aktiv etwa bei Verstößen gegen den Jugendmedienschutz oder die Werbebegrenzungen. Wir sind der Meinung, wenn sich die Sehgewohnheiten der Bevölkerung ändern, dann muss sich auch die Rechtslage anpassen und das Internet darf kein rechtsfreier Raum ohne Verbraucherschutz sein.

Den genauen Antragstext finden Sie hier.