Potspresso kommt von Hannoccino

Erfolgsmodell: Macher des Hannoccino, Vorbild des Potspresso-Bechers, begeistern die  SPD-Fraktion

Ungewöhnliche Gäste hatten die SPD-Stadtverordneten  in der letzten Fraktionssitzung: Die Abfallwirtschaft Hannover war angereist, um eine Lanze für ein stadtweites Pfandbechersystem zu brechen. Auf Initiative von Imke Eisenblätter, SPD-Fraktion und Marie-Luise Glahr von der Potsdamer Bürgerstiftung waren Mathias Quast und Janina Goetz gemeinsam mit der Stiftung zu Gast in der SPD-Fraktion.

„Wir suchen jetzt zeitnah das Gespräch mit den Stadtwerken, im Aufsichtsrat  der STEP und mit der Verwaltung um auszuloten, wie wir Mehrweg in Potsdam nachhaltig unterstützen können. Die Bürgerstiftung hat dankenswerterweise den Akzent gesetzt und  praktisch begonnen. Hauptverantwortlich betreiben kann sie ein stadtweites Projekt jedoch nicht“, fasst Fraktionsvorsitzender Pete Heuer den Abend zusammen.

Intensiv diskutierten die SPD-Stadtverordneten Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und Nutzen des  Mehrwegbechersystems. Grund dafür war der engagierte Vortrag des Pfandbecher-Chefs in Hannover, Mathias Quast. Projektverantwortlich wurde er erst, vorher schon war er Abteilungsleiter Stadtreinigung beim Zweckverband  Abfallwirtschaft Region Hannover, kurz aha. Und als solcher ist der Hannoccino, das Vorbild des Potspresso-Bechers, sein liebstes Kind. „Umweltbildung ist für uns wichtiges Unternehmensziel, da gehört der Pfandbecher hinein und mausert sich zum besten Marken- und Werteträger. Und er sorgt für 30 Prozent weniger Müll im Stadtbild, den wir aufsammeln und entsorgen müssen.“

Ein Aufhorchen gab es in der SPD-Fraktion bei der Zeitschiene, in der die Hannoveraner den Becher zum Erfolgsmodell gemacht haben: Von der ersten Idee im Frühjahr 2017 über den Ratsbeschluss im Juni 2017, den Auftakt zum 1. Heimspiel  Hannover 96 im August 2017, die Preisverleihung GreenTec Award in München im Mai 2018 bis heute sind in Hannover 50.000 Becher im Umlauf, mit 74  Kooperationspartnern und 162 Ausgabestellen, bei 2 Euro Pfand. Er ist ökologisch, natürlich, gut positioniert, hat ein prima Image und prosperiert – in kürzester Zeit.

Verantwortlich in Praxis und Vermarktung ist die aha. Sie sieht das als normale und ehrenvolle Betriebsaufgabe an: „Hannover wollte mit gutem Beispiel voran gehen und dem Plastik- und Einwegwahn etwas entgegen setzen. Die Kommune muss Vorbild sein und in Vorleistung gehen für ihre Bürger, das ist unsere Überzeugung.“ Man habe die Logistik, und  wirtschaftlich, so Quast, sei es auch.

Zu schön um wahr zu sein in Potsdam? Auch wenn die Rahmenbedingungen nur bedingt vergleichbar sind in Anbetracht der Größe der Städte,  der wirklich großen Unternehmen und einer anderen Struktur des Entsorgungsunternehmens, angetan sind die SPD-Stadtverordneten und wollen sich kümmern. „So viel Enthusiasmus steckt an und zeigt auch, dass sich Wege finden, wenn der Wille da ist!“, sagt Pete Heuer, SPD-Fraktionsvorsitzender.